Menü

Interessenbekundungsverfahren zur geplanten Förderung von projektbezogenen Klimaschutzverträgen

Kurzbeschreibung des Förderinhalts

Für Deutschland wurde mit dem Klimaschutzgesetz 2021 das Ziel der Erreichung der Klimaneutralität im Jahr 2045 festgelegt. Die Treibhausgasemissionen müssen bis 2030 um 65% und bis 2040 um 88% gegenüber 1990 sinken. Die Branchen der Grundstoffindustrie heben sich, getrieben durch die hohe Emissionsintensität ihrer verfahrenstechnischen Prozesse, von anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes ab. Durch die derzeit noch mangelnde Internalisierung der CO2-Kosten sowie höhere Produktionskosten besteht eine unzureichende Wettbewerbsfähigkeit von klimafreundlichen Produktionsverfahren relativ zu den marktgängigen, emissionsintensiven Herstellungsprozessen.
Klimaschutzverträge nach dem Ansatz von Carbon Contracts for Differences (CCfD) zielen darauf ab, dass Unternehmen frühzeitig die Umstellung auf innovative klimafreundliche Technologien und Produktionsweisen vollziehen, indem Risiken gemindert und Betriebsmehrkosten erstattet werden. Hierzu sollen Klimaschutzverträge die zur Abdeckung der operativen Mehrkosten von möglichst innovativen, emissionsarmen Anlagen erforderlichen CO2-Preise gegenüber einer konventionellen Referenz absichern.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) plant die Einführung von Klimaschutzverträgen als Förderinstrument möglichst noch im Jahr 2022.

Die aus diesem Interessenbekundungsverfahren hervorgehenden Erkenntnisse dienen der Plausibilisierung von Annahmen und der Konkretisierung bestimmter Ausgestaltungselemente für die Klimaschutzverträge. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass dieses Interessenbekundungsverfahren kein Teil des Förderprogramms Klimaschutzverträge ist, die Teilnahme hieran also ohne Einfluss auf eine eventuelle spätere Teilnahme am Förderprogramm selbst ist. Die Teilnahme an diesem Interessenbekundungsverfahren ist freiwillig und unverbindlich.

Antragsgegenstand: 

Antragsgegenstand sollen Projektvorhaben sein, die durch die Umsetzung grundsätzlich innovativer, dabei aber technologisch ausgereifter Verfahren im industriellen Maßstab zu einer erheblichen Minderung (möglichst >50% gegenüber Referenzverfahren) energiebedingter und nicht-energiebedingter THG-Emissionen an einem Industriestandort in Deutschland führen und technisch perspektivisch zur Erzielung der Treibhausgasneutralität 2045 geeignet sind. Dies beinhaltet auch Brückentechnologien, wie den teilweisen Einsatz von Erdgas und Wasserstoff in Direktreduktions- oder Ammoniakanlagen, wobei der Anteil von grünem Wasserstoff signifikant ansteigen sollte.

Der Schwerpunkt des Förderprogramms soll auf Verfahren der Grundstoffindustrien mit hohen prozessbedingten Emissionen liegen.

Listung der Antragsberechtigten

Industrieunternehmen mit Niederlassung in Deutschland, die über Produktionsanlagen im industriellen Maßstab verfügen oder planen sie zu errichten. 

Förderhöhe, Förderquote

Gefördert werden Betriebskostendifferenzen zwischen klimafreundlichen und herkömmlichen Produktionsverfahren für Industriegüter. Als relevante Kostenarten werden insbesondere angesehen:

  • Kosten des Energiebezugs (insbes. Strom, Erdgas, Wasserstoff),
  • Kosten des Rohstoffbezugs,
  • Kosten von CO2-Transport, -Nutzung und-Speicherung.

Die Produktion von Wasserstoff selbst ist nicht förderfähig, wohl aber dessen Einsatz zur Herstellung von Industrieprodukten.

Für die aus dem Vertrag resultierenden Zahlungsströme sind jährlich angepasste Differenzzahlungsströme vorgesehen. Die maximal durch einen Klimaschutzvertrag abzusichernde Differenz bemisst sich aus den Kosten des Projekts und der konventionellen Referenz.

Art der Förderung

Zuschuss

Laufzeit des Programms
Keine zeitlichen Angaben
Bewerbungsfristen
Frist zur Interessenbekundung ist der 25. Mai 2022Bewerbungsfrist läuft bis 25. Mai 2022
Nach oben scrollen