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Wasser- und Wärmenutzung für die Wasserstoffwirtschaft

Die TAPROGGE Gesellschaft mbH mit Hauptsitz in Wetter (Ruhr) und Niederlassung in Kiel steht seit über 70 Jahren für „Effizienz in Energie und Wasser“. TAPROGGE entwickelt für die Wasserstofferzeugung unter anderem Technologien zur Rohwasserentnahme, zur Herstellung von vollentsalztem Wasser (VE-Wasser), zur Sole-Konzentration bis hin zu Zero Liquid Discharge (ZLD) immer unter der Nutzung von Abwärme zur Effizienzsteigerung des Prozesses. Damit bietet das Unternehmen Lösungen, die für die Wasserstoffwirtschaft entscheidend sind: Rohwasserverbrauch minimieren, Sole vermeiden und gleichzeitig die Energieeffizienz steigern.

Am Standort Kiel bündelt TAPROGGE seine Wasserstoff-Aktivitäten und treibt die Entwicklung von Projekten mit regionalem und internationalem Anspruch voran. Wie wichtig dabei die Ressource Wasser ist, betont Nicolas Heyn, Leiter der Niederlassung Kiel: „Ohne Wasser kein Wasserstoff. Viele schauen auf grünen Strom und Flächen, vergessen aber oft die Wasserfrage – und vor allem: Wohin mit der Sole?

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Rohwasserentnahme ist entscheidend

Damit eine Elektrolyse zuverlässig betrieben werden kann, muss Rohwasser sicher und sauber entnommen werden. TAPROGGE setzt dafür auf TAPIS®, ein modulares Wasserentnahmesystem, das direkt im Einlauf installiert wird. Mit Druckluftstößen reinigen sich die Filterfläche selbst – ohne manuelle Eingriffe, ohne Tauchgänge. So gelangen weder Fische, Muscheln, Schnecken noch Schmutz in die nachfolgenden Anlagen. Und besser noch: Da der Schmutz im Wasser verbleibt, muss er auch nicht teuer entsorgt werden.

Die Filterflächen spülen sich selbst frei – niemand muss runtertauchen. Das reduziert Aufwand und erhöht die Betriebssicherheit“, so Heyn.

Vom Rohwasser zum VE-Wasser – und weiter bis ZLD

Elektrolyseanlagen benötigen sehr viel reines Wasser und zwar in Form von hochreinem VE-Wasser. Bei der Aufbereitung bleibt jedoch immer ein Teil des eingesetzten Rohwassers als Sole zurück, manchmal bis zu 50 Prozent.

Hier setzt TAPROGGE an: Mit den hauseigenen Systemen KLAREN und TERRAWATER wird Sole fast vollständig „ausgequetscht“, sodass am Ende nur noch Schlamm oder Salz übrigbleibt. Ziel ist Minimal Liquid Discharge (MLD) bis hin zu Zero Liquid Discharge (ZLD) – also die vollständige Vermeidung von flüssiger Sole.

Wenn wir die Sole wie einen Schwamm ausquetschen, bleibt am Ende nur noch ein Feststoff übrig. Das bedeutet weniger Entsorgung und zugleich einen deutlich geringeren Rohwasserbedarf“, erklärt Heyn.

Abwärme nutzen statt verschwenden

Bis zu 30 Prozent der eingesetzten Energie in einer Elektrolyse fallen als Abwärme an – typischerweise bei 55 bis 70 °C. TAPROGGE integriert diese Wärme in die eigenen Systeme: statt zusätzliche Kühlung aufzubauen, wird die Abwärme für die Wasseraufbereitung genutzt. „Wir können den Kühlbedarf reduzieren und gleichzeitig einen Mehrwert schaffen“, beschreibt Heyn.

Vorausschauend planen – „von A bis ZLD“

Für grünen Wasserstoff reicht es nicht, nur erneuerbaren Strom und geeignete Flächen zu haben. Es braucht auch genügend Rohwasser – und eine umweltverträgliche Lösung für die Sole. Ohne ganzheitliche Planung kann ein Projekt an Umweltauflagen scheitern.

Die Niederlassung Kiel ist das Technologiezentrum Wasserstoff innerhalb der TAPROGGE-Gruppe. Hier werden Konzepte für Rohwasserentnahme, Wasseraufbereitung, Sole-Konzentration und Abwärmenutzung zusammengeführt. Dass Kiel auch operativer Standort des TERRAWATER-Systems ist, unterstreicht die zentrale Rolle des Standorts in der Wasserstoffstrategie des Unternehmens.

  • Nicolas Heyn und Michael Dennler (Servicetechniker)
  • Nicolas Heyn, Niederlassungsleiter Kiel
  • Arne Strahlendorf (Systemingenieur) und Christian Laß (Anlagenbau)
  • TAPROGGE Reinigungskugeln

Sensibilisierung und Optimierung

Neben der technischen Entwicklung setzt TAPROGGE auf die Sensibilisierung von Politik und Wirtschaft für die Bedeutung von Rohwasser und Sole in der Wasserstoffwirtschaft. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seine Technologien weiter zu optimieren – insbesondere mit Blick darauf, auch bei geringen Abwärmetemperaturen die Produktion von VE-Wasser zu steigern, den Kühlbedarf zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. „Damit zeigt TAPROGGE, wie Rohwasser, Sole und Abwärme in der Wasserstoffwirtschaft effizient zusammen gedacht werden können – praxisnah, nachhaltig und zukunftsorientiert“, fasst Heyn zusammen.

Steckbrief:

TAPROGGE Gesellschaft mbH

  • Gründung: 1953
  • Anschrift: Hauptsitz Wetter (Ruhr); Niederlassung Kiel, Wischhofstraße 1–3, Gebäude 11, 24148 Kiel
  • Vision: H₂-Wirtschaft abwasserfrei (Sole) gestalten, den Kühlbedarf drastisch senken und so die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit deutlich erhöhen.
  • Webseite: www.taprogge.de

 

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