Wasserstoff-Auktion: Milliardenförderung für innovative Projekte – Deutschland setzt eigene Akzente
Die dritte Wasserstoff-Auktion des europäischen Innovation Fund (IF25) eröffnet neue Möglichkeiten für die Energiewende in Europa. Erstmals werden gezielt Projekte zur Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen und CO₂-armen Elektrolyseverfahren gefördert. Deutschland profitiert dabei über das sogenannte „German Window“, das nationale Fördermittel gezielt in das EU-Ausschreibungsverfahren integriert und damit Standortattraktivität und Innovationskraft stärkt.
Eine Auktion mit Zukunftscharakter
Insgesamt stehen bis zu 1,1 Mrd. € zur Verfügung, verteilt auf drei Schwerpunkte:
- 400 Mio. € für allgemeine Wasserstoffproduktion aus RFNBO (erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs) und/oder elektrolytisch erzeugtem, CO₂-armen Wasserstoff
- 400 Mio. € ausschließlich für RFNBO-Projekte
- 200 Mio. € (plus bis zu 100 Mio. € nationale Beiträge) für maritime Anwendungen
Die Förderung erfolgt überwiegend über Festprämien pro Kilogramm produziertem Wasserstoff. Deutsche Projekte profitieren zusätzlich von nationalen Mitteln, die über das „Auction-as-a-Service“-Verfahren vergeben werden und eine effiziente Integration in den europäischen Wettbewerb ermöglichen. Bereits in früheren Runden hatte Deutschland 350 Mio. € erfolgreich zur Verfügung gestellt.
Strenge Kriterien und wettbewerblicher Zuschlag
Teilnehmende Projekte müssen hohe Anforderungen erfüllen:
- Ökologische Wirkung nachweisen („Do No Significant Harm“-Prinzip)
- Alle relevanten Genehmigungen vorlegen
- Herkunft der Elektrolyseure klar dokumentieren: Mindestens 75 % der Elektrolyseure dürfen nicht aus China stammen, insbesondere die Stacks müssen aus Nicht-China-Ländern kommen
- Solide Finanzierungsgrundlage, inklusive verbindlicher Vorverträge und Bürgschaften. Die Vergabe erfolgt rein wettbewerblich: Das wirtschaftlich günstigste Projekt mit überzeugender Qualität erhält den Zuschlag. Die maximale Förderhöhe liegt bei 200 Mio. €, Mindestgröße sind 5 MW Elektrolyseleistung an einem Standort.
Nachhaltigkeit und Transparenz im Fokus
Ein zentrales Kriterium ist das „Do No Significant Harm“-Prinzip: Alle Projekte müssen nachweisen, dass sie keine erheblichen Umweltschäden verursachen und alle relevanten Genehmigungen vorliegen. Zusätzlich fließen Herkunft der Komponenten, Cybersicherheit und Beitrag zur europäischen Wertschöpfungskette direkt in die Bewertung ein.
Das deutsche Förderfenster („German Window“)
Mit dem „German Window“ können nationale Gelder gezielt über das EU-weite Ausschreibungsverfahren vergeben werden. Projekte, die Wasserstoff nach Deutschland liefern oder im Land umgesetzt werden, erhalten eine zusätzliche Förderchance. Dieses Modell verbessert die Standortattraktivität und beschleunigt die Umsetzung innovativer Projekte, ohne dass parallele nationale Sonderförderungen erforderlich sind.
Deutschland plant, sich mit 1,3 Mrd. € an der Auktion zu beteiligen, um die grenzüberschreitende Wasserstoffpipeline-Infrastruktur zu fördern. Mit diesen Mitteln sollen Projekte unterstützt werden, die sich auf die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff durch EWR-Produzenten konzentrieren, welche in den „lower 7“-Abschnitt des „DK Hydrogen Pipeline West“-Projekts einspeisen. Dieses Projekt wird voraussichtlich Ende 2030 in Betrieb genommen. Die Bewerbungsfrist für die Auktion beginnt im Dezember 2025, vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Mitteln und der Genehmigung staatlicher Beihilfen durch die Europäische Kommission.
Fazit
Die IF25 Hydrogen Auction setzt europaweit Maßstäbe für die Förderung grüner Wasserstoffprojekte. Mit dem deutschen Förderfenster werden regionale Vorzeigeprojekte unterstützt und die Position Deutschlands als Innovationsstandort für Wasserstoff gestärkt. Wer konsequent auf Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Projektqualität setzt, kann jetzt von milliardenschweren EU- und Bundesmitteln profitieren.
Weiterführende Links:
Market Consultation for European Hydrogen Bank (EHB) - German window– „Auction as a Service“ | BMWE
https://climate.ec.europa.eu/document/download/ee3b468a-ee39-4748-b3be-5ce8f0fd4652_en?filename=policies_if_draft_tc_if25_auction_h2_
